Wir trauern um den Melker KZ-Überlebenden Frank M. Grunwald

Wir trauern um den Melker KZ-Überlebenden Frank M. Grunwald
Screenshot: Frank Grunwald 2023 im Interview mit Amber Maze, Kamera: Philip Paluso

1932-2023

Wir trauern um den Melker KZ-Überlebenden Frank M. Grundwald. Er verstarb am 30. August 2023 im Alter von 90 Jahren.
Frank war mit Michael Kraus befreundet, der wie er in seinen Jugendjahren im KZ-Außenlager Melk inhaftiert war und 2018 verstarb. Mit anderen jüdischen Jugendlichen wurde Frank im Frühling 1945 von Mauthausen nach Melk deportiert, wo er als „Kartoffelschäler“ in der Häftlingsküche arbeitete.
Unser aufrichtiges Beileid an alle, die Frank kannten und liebten.
Im Posting der Mauthausen Memorial / KZ-Gedenkstätte kann seine Kurzbiografie nachgelesen werden.

Hier findet ihr eine ausführliche Version, recherchiert vom ZHZ Melk:

Frank Grunwald wurde am 30. September 1932 als Frantisek Michael (Miša) Grünwald in Olomuc (Olmütz) in der Tschechoslowakei geboren. Als er zwei Jahre alt war, zogen seine Eltern Kurt (geb. ~1900) und Vilma (geb. 23. November 1904) mit ihm und seinem älteren Bruder John (Hanuš) (geb. 5. April 1928) nach Prag.

Sie lebten nahe der Stadtmitte nur einen Block vom Flussufer der Moldau entfernt in einem schönen Wohnhaus, welches seinen Großeltern gehörte. Seine Mutter Vilma kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Sein Vater Kurt war Gynäkologe und die Hälfte ihrer Wohnung war zu seiner Arztpraxis mit Ordination und Wartezimmer ausgebaut worden. Sie hatten auch eine junge Dame, die ihnen beim Kochen geholfen hat.

Franks Eltern hatten eine gute Beziehung zueinander. Sie haben einige Dinge separat gemacht, aber auch vieles gemeinsam unternommen – sie hatten viele Freunde und haben vor allem viele kulturelle Aktivitäten wie Konzert- und Museumsbesuche gemacht.

Frank beschreibt seinen Vater Kurt:

„Er beeindruckte mich immer als eine Person, die sehr beschäftigt und voller Talente ist. Er beeindruckte mich als hoch talentiert, hoch kreativ und sehr professionell, sehr fleißig in seinem, in seinem Beruf. [...] Ich glaube, seine Praxis war, was die Betriebsamkeit oder die Auslastung anbelangt, mittelmäßig. Er war jemand, der viel fotografieren wollte, der viel Musik machen wollte, der viel Musik machte. Er war ein ausgezeichneter Musiker, besuchte das Prager Konservatorium und studierte Musik, während er Medizin studierte. [...] Er unternahm alles, vom Bergsteigen in den österreichischen und schweizerischen Alpen bis hin zum Beitritt zu einem Fotoklub in Prag, wo er viel fotografierte und auch selbst Fotos entwickelte und druckte. Und er verbrachte auch viel Zeit mit uns, ging spazieren, verbrachte Zeit mit uns, mit meinem Bruder und mir."

Frank erinnert sich daran, dass auch seine Mutter hervorragend Klavier spielte, oft spielten seine Eltern gemeinsam vierhändig. Auch sein Bruder John war ein begabter Pianist, er hatte bereits mit 9 Jahren begonnen zu spielen. Am liebsten spielten sie klassische Musik, ihr Lieblingskomponist war Chopin. Doch Mitte der 1930er entdeckten sie Jazz-Musik, von der Frank als damals etwa 6-jähriger stark begeistert war.

Er war schon damals sehr auf Kunst, aufs Zeichnen und Malen fokussiert, doch auch er konnte Klavier spielen. Und oft nahm er das alte Akkordeon seines Vaters und brachte sich selbst das Spielen bei.

„Ich habe das Akkordeon immer gemocht. Der Klang eines Akkordeons hatte etwas Melancholisches, etwas, das mir sehr persönlich und menschlich vorkam, weil es so klingt.“

Gerade aufgrund der kulturellen Aktivitäten lebten Frank und sein Bruder damals sehr gerne in Prag. Doch ihre Sommer verbrachten sie in der kleinen Villa ihrer Großeltern mütterlicherseits, Otto und Matylda Eisenstein, in Klánovice. Dort spielten sie Tennis und Fußball und gingen Schwimmen, obwohl John eine angeborene körperliche Beeinträchtigung hatte, sein linkes Bein war schwächer und kürzer als das rechte, daher hinkte er.

Über seine Mutter Vilma sagt er:

„Meine Mutter war ein Beispiel für das höchste Maß an Ethik, das ich je bei einem Menschen erlebt habe. Sie hatte eine enorme Begabung für eine kompromisslose Haltung gegenüber dem gesamten Bereich der Ethik und dem ethischen Aspekt von Beziehungen zwischen Menschen und der Art und Weise, wie man Menschen behandelt, und dem Respekt, den man für andere Menschen haben muss, unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen.

Ich glaube, es gab etwas, das in ihrem Gehirn verankert war, das sie zu einer so eleganten Person machte. Sie hat mich in dieser Hinsicht mehr beeinflusst als mein Vater. Ich meine, mein Vater hat mich in intellektueller und wissenschaftlicher Hinsicht beeinflusst, aber auch in kreativer Hinsicht.

Sie hat nie einen Gedanken oder eine Idee lächerlich gemacht. Wenn ich also als Kind etwas völlig Verrücktes zu ihr sagte, sagte sie nie: "Das ist verrückt" oder "Wie kommst du darauf?" oder "Das ist lächerlich". Nichts war jemals lächerlich. Sie würde mich auffordern, mehr zu sagen, und mich fragen, warum ich so denke, aber sie würde niemals eine Aussage oder meine Gefühle zu irgendetwas ins Lächerliche ziehen."

In der Schule tat sich Frank nicht leicht. Die Bänke und besonders das lange Stillsitzen fand er schrecklich unbequem. Außerdem hatte er bereits in der ersten Klasse der Grundschule eine Lehrerin, die den Kindern mit dem Lineal auf die Finger geschlagen hat, wenn sie sich nicht benommen haben. Sie hat außerdem einmal Frank am Ohr gezogen, was ihm stark wehgetan hat.

Doch er blieb nicht lange in der Schule. Denn Anfang 1939 wurden Teile der Tschechoslowakei von den Nationalsozialisten besetzt.

Durch das Münchner Abkommen vom 30. September 1938 kam es bereits zu einer Annexion des tschechoslowakischen Sudetengebietes an das Deutsche Reich. Doch dies reichte den Nationalsozialisten nicht, die auch die restlichen tschechischen Gebiete für ihre Angriffspläne auf Polen und die Sowjetunion benötigten.

Unter Drohungen und Ausnutzung der Interessensgegensätze zwischen Tschechen und Slowaken drängte Hitler die Slowakei ihre Selbstständigkeit zu erklären und stellte der Tschechei ein Ultimatum zwischen Besatzung und Bombardierung oder „freiwilliger“ Übergabe an den „Führer“. So kam es zum Einmarsch der deutschen Truppen am 15. März 1939 und der Errichtung des „Reichsprotektorats Böhmen und Mähren“. Die Slowakei blieb als Satellitenstaat des Reiches unabhängig.

Unmittelbar nach dem Einmarsch kam es zu einer Welle von Verhaftungen, einerseits von deutschen Emigranten, die in die Tschechoslowakei geflohen waren, andererseits aber auch von vermeintlichen Gegnern der neuen Machthaber. Proteste gegen das Regime wurden unterdrückt, Widerstand im Untergrund hart bekämpft. Zudem wurde die „jüdische“ Bevölkerung, wie zuvor bereits in Deutschland und dem annektierten Österreich praktiziert, systematisch verfolgt.

Zu diesem Zeitpunkt lebten mehr als 100.000 Personen, die nach den sogenannten „Nürnberger Gesetzen“ als Juden und Jüdinnen galten, im Protektorat. Ihnen wurden zunehmend diskriminierendere Gesetze auferlegt, die darauf abzielten, diese Menschen zu demütigen und weitgehend von der restlichen Bevölkerung zu isolieren.

Dazu gehörten die Berufsverbote für Ärzte, Rechtsanwälte und Juden in Führungspositionen; Verbote der Benützung öffentlicher Parks, bestimmter Straßen etc. und der Besuche von Kinos, Theatern, Cafés usw. sowie von Schulen; schließlich sogar die Einführung einer Ausgangssperre am Abend; beschränkte Einkaufszeiten; gesonderte gekennzeichnete Stehplätze in Zügen und Straßenbahnen. Jeglicher Besitz wurde ihnen weggenommen, sogar ihre Wohnungen. Ab September 1941 durften Juden und Jüdinnen das Haus ohne sichtbaren „Judenstern“ auf ihrer Kleidung nicht mehr verlassen.

Diese Maßnahmen betrafen auch die Familie Grünwald, die jüdischer Abstammung war. Dabei praktizierten sie ihre Religion gar nicht und gehörten der jüdischen Gemeinde nicht an. Wenn Frank in der Schule gefragt wurde, welcher Religion er angehörte, dann sagte er stets „ohne religiöse Bekenntnis“. „Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht einmal bewusst, dass ich Jude bin, oder ich betrachtete mich nicht als solchen.“ Er kann sich auch nicht erinnern, jemals in der Synagoge gewesen zu sein.

Auch sein Vater war nicht religiös, sein Mutter war aber sehr gottgläubig, nur, dass sie eher an einen universellen als an einen bestimmten Gott glaubte. Frank erinnert sich:

„Sie und ich hatten einige Gespräche über Gott. Später im Lager machte ich die Bemerkung: "Ich glaube nicht, dass es ihn gibt", und sie war fest davon überzeugt, dass es ihn gibt. Sie war also definitiv eine Gläubige.“

Die anti-jüdischen Maßnahmen inkludierten ein Verbot des Besuchs der öffentlichen Schulen. Fortan wurde Frank mit weiteren jüdischen Kindern jeweils in deren Wohnungen, informell und sporadisch unterrichtet. Schon damals als 7-jähriger wusste er, dass die Veränderungen in seinem Leben das direkte Resultat der deutschen Invasion waren und dass er und seine Familie von der tschechischen Gesellschaft, der sie sich eigentlich zugehörig fühlten, ausgegrenzt und zur Zielscheibe gemacht wurden.

Doch das Schulverbot war nur ein Teil davon. Sämtliche Personen jüdischer Abstammung mussten diese mit einem aufgenähten Davidstern auf ihrer Kleidung signalisieren. Er erinnert sich auch noch an die vielen Schilder in den Fenstern der Geschäfte und auf öffentlichen Gebäuden, die das Betretungsverbot für Juden und Jüdinnen bekundeten.

Frank berichtet, dass alles anfangs gar nicht bedrohlich wirkte:

„Es sah fast sehr, nicht unschuldig, aber fast sehr unbedrohlich aus. Ich glaube, es war im September 1938 [Anm.: 1939], als wir sahen, wie die ersten militärischen Panzergruppen nach Prag kamen und Artilleriestellungen an der Moldau errichteten, so dass nur einen Häuserblock von unserem Haus entfernt, an der Hauptstraße, die parallel zum Fluss verlief, eine fünf- oder sechszöllige deutsche Kanone stand, die von einem deutschen Soldaten bedient wurde. Und auf unsere unschuldig neugierige Art gingen wir neugierig umher. Und ich erinnere mich, dass dieser deutsche Soldat mich hochhob und auf den Sitz der Kanone setzte und mit uns sprach und so weiter. Zu diesem Zeitpunkt, als das alles passierte, waren wir uns also nicht bewusst, wie kritisch oder ernst die Situation war."

Erst nach und nach, mit den zahlreichen anti-jüdischen Maßnahmen, wurde Frank und seinem Bruder ihre Situation bewusster. Doch prinzipiell fühlten sie sich nicht bedroht, denn sie wussten nicht, zu was es führen würde.

Auch ihre Eltern haben versucht, alles Unangenehme vor ihnen möglichst geheim zu halten. Sie haben nicht offen mit ihren Kindern über ihre Emotionen gesprochen und Frank erinnert sich nicht daran, je auch nur eine Beschwerde oder ein böses Wort über die deutsche Besatzung gehört zu haben. Jedoch merkten auch die Kinder, dass Kurt und Vilma zunehmend ernster wurden und dass die politische und sozioökonomische Situation ihnen Sorgen bereitete. Wenn sie gemeinsam ernstere Themen besprachen, taten sie dies in Französisch, damit Frank und John sie nicht verstehen würden. So konnten die beiden Brüder diese Zeit recht sorgen- und angstfrei erleben. Sie haben ihre Situation akzeptiert und versucht, ihre Sachen einfach so weiterzumachen wie bisher.

Dann wurde die Ordination von Franks Vater Kurt geschlossen. Dieser fand dann zeitweise Arbeit im Krankenhaus. Eines Tages kam auf einmal eine deutsche Familie in ihre Wohnung, um sich diese anzusehen. Etwa Monate später wurden die Grünwald gezwungen, dieser Familie ihre Wohnung inklusive ihrer Möbel, ihres Klaviers etc. zu überlassen.

„Ich glaube, das war eine traumatische Erfahrung für meine Eltern. Ich glaube, das war die erste große, echte Beleidigung, als sie aus ihrer Wohnung ausziehen und in diese Zwei-Zimmer-Wohnung bei entfernten Verwandten von uns einziehen mussten.“

In dieser Wohnung war wenig Platz, jede Familie wohnte in einem Raum. Eine ihrer dort lebenden Verwandten hatte Bauchkrebs und schrie die ganze Zeit vor Schmerzen. Doch auch da bewahrte sich die Familie Grünwald eine positive Einstellung. Die Situation war unbequem, aber nicht lebensbedrohlich.

Doch dann wurde ihnen befohlen, sich an einem bestimmten Tag an einem Sammelpunkt einzufinden. Sie durften nur das Nötigste packen, sie nahmen vor allem Kleidung und kaum persönliche Dinge mit. Von dort wurden sie auf den Bahnhof gebracht und in Züge verladen, die sie zum Ghetto Theresienstadt in Terezín brachten.

In Terezín war 1940 ein Gestapo-Gefängnis eingerichtet worden, dass zwischen Oktober und Dezember 1941 zum Ghetto für die jüdische Bevölkerung ausgebaut wurde. Es diente vor allem als Durchgangslager für Transporte in die östlich gelegenen Konzentrations- und Vernichtungslager. Es herrschten dort sehr schlechte Bedingungen durch die mangelhafte Versorgung und sanitären Verhältnisse, die Überfüllung der Baracken, den massiver Hunger und die Zwangsarbeit. Theresienstadt unterschied sich aber von den Lagern und auch von anderen Ghettos durch die nicht unbedingt erlaubten aber auch nicht verbotenen religiösen und kulturellen Praktiken.

Am 13. Juli 1942 kamen Kurt und Vilma Grünwald und ihre Söhne John (damals 14 Jahre alt) und Frank (damals 9 Jahre alt) im Ghetto Theresienstadt an. Kurts Mutter Johanna (geb. 29. September 1872) war bereits wenige Tage zuvor ebenso dorthin transportiert worden.

Frank erinnert sich an Theresienstadt als eine stark bewachte, ummauerte Stadt. Die Kinder waren in eigenen Baracken, von ihren Eltern getrennt untergebracht, auch Frauen und Männer wurden voneinander getrennt. Jedoch konnten sie sich gegenseitig ohne Probleme sehen, oft sogar jeden Tag.

Kurt hat dort in einer Klinik gearbeitet, Vilma in der Küche. Die Brüder haben eine Art Schulunterricht gehabt und ansonsten spielerische Aktivitäten gemacht, haben gezeichnet oder Spiele gespielt. Sie hatten wenig Essen, jedoch glaubt Frank nicht, damals wirklich hungern haben zu müssen, denn er war sehr jung und brauchte nicht viel.

Sie dachten, dass dies ihr neuer Aufenthaltsort sei und sie dortbleiben würden. Doch es sickerten immer wieder Informationen durch, dass es Transporte aus dem Ghetto gab. Und dann erfuhr Frank von einem Freund, dass dessen Oma im Krankenhaus lag. Sie hatte versucht, sich mit einer Überdosis Medikamente das Leben zu nehmen, denn sie sollte in ein Konzentrationslager deportiert werden. Frank hatte damals keine Ahnung, was ein KZ war. Aber es gab immer wieder Gerüchte über Deportationen und über die Lager. Er glaubt, dass die Erwachsenen deutlich mehr wussten als die Kinder.

So kam es dann auch, dass die Familie Grünwald deportiert werden sollte. Am 15. Dezember 1943 wurden Kurt, Vilma, John, Frank und ihre Großmutter Johanna in einen Güterwaggon gedrängt, mit ungefähr 100 Personen pro Waggon, und in das KZ Auschwitz-Birkenau in Polen deportiert. Die Fahrt dauerte etwa zwei bis drei Tage:

„Die Fahrt, die ganze Stimmung und die Atmosphäre in diesem Waggon in fast völliger Dunkelheit, mit keinen anderen sanitären Einrichtungen als einem Fünf-Gallonen-Metallkanister und einem Fenster, das vielleicht nicht größer als 10 mal 12 Zoll in der Ecke des Wagens war. Du kannst dir vorstellen, dass die Fahrt mit 100 Personen ein Alptraum war. Und da die Temperatur im Waggon nicht reguliert werden konnte, und das mitten im Dezember, war es eine sehr unangenehme, emotional bedrückende Erfahrung.“

Franks erster Eindruck des KZ Auschwitz:

„Das war eine wirklich erschütternde Erfahrung. Wir kamen nachts an, spät am Abend, wie es schien, in der Dunkelheit. Die Türen öffneten sich und es gab viel Geschrei, viele Richtungsangaben. Es gab Polizeihunde. Es gab Wachen, SS-Männer mit Gewehren, Militärs mit Gewehren, Scheinwerfer. Wir wurden aus dem Zug geholt und in ein Lager gebracht, das völlig eingezäunt war, mit Stacheldraht umzäunt. Wir hatten keine Ahnung, wo wir uns befanden. Die Tatsache, dass es dunkel war, machte die Erfahrung noch beängstigender.“

Die Familie Grünwald wurde im sogenannten „Theresienstädter Familienlager“ untergebracht, einem Teil des Zweitlagers Birkenau. Zwischen September 1943 und Mai 1944 wurden insgesamt etwa 17.500 Personen aus dem Ghetto Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und im „Familienlager“ untergebracht. Sie wurden, im Gegensatz zu sonstigen Transporten in das KZ Auschwitz-Birkenau, nicht direkt nach ihrer Ankunft selektiert (d.h. ausgesucht, wer in das Lager eingewiesen wurde und wer sofort in den Gaskammern getötet wurde). Außerdem wurden die Familien nicht getrennt und auf verschiedene Lagerteile aufgeteilt.

Dies sollte, wie Frank nach dem Krieg erfuhr, vermutlich der Verschleierung der tatsächlichen Zustände in Auschwitz dienen. Das „Familienlager“ sollte als Vorzeigelager für den Fall eines Besuches des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes dienen, um diesem eine gute Behandlung der Juden und Jüdinnen, alt und jung, im KZ Auschwitz vorspielen zu können.

Aber auch im „Familienlager“ herrschten keine besseren Bedingungen für die Häftlinge. Das erste, was Frank über Auschwitz erzählt:

„Es war [...] etwas, das ich noch nie erlebt habe. Es herrschte ein völliger Mangel an Nahrung. Essen gab es vielleicht zweimal am Tag, und wenn ich mich recht erinnere, gab es nur eine Tasse Kaffee am Morgen, ein Stück Brot und eine Schüssel Suppe. Das war das Essen für den Tag. Nach heutigen Maßstäben würde ich schätzen, dass es vielleicht weniger als 350 Kalorien pro Tag waren.“

Sie haben dann nach und nach herausgefunden, dass Auschwitz nicht nur ein Gefängnislager war, sondern auch ein Vernichtungslager. Viele Gerüchte über die Gaskammern kursierten im Lager und die Krematorien waren von überall deutlich sichtbar. Häftlinge aus anderen Lagerteilen verschwanden und wenig später konnte Frank die rauchenden Schornsteine beobachten. Informationen sickerten durch zwischen den besser vernetzten Häftlingen – daher wunderten sich die Inhaftierten des Familienlagers, dass sie zusammengelassen wurden.

Frank besuchte oft seine Mutter in der Frauenbaracke. Eines Tages lernte er dort eine junge Frau kennen, die im September aus Theresienstadt deportiert worden war. Ihr Name war Dina Gottliebová, sie war eine Künstlerin und musste in Auschwitz für die SS die Häftlinge zeichnen, unter anderem auch die sogenannten „Zigeuner“, also Angehörige der Volksgruppen Roma und Sinti, für Dr. Josef Mengele, der im Lager pseudo-medizinische Experimente an den Häftlingen durchführte und deren Physiognomie und Haut- und Augenfarbe festgehalten haben wollte.

Dina war die Freundin des Lagerältesten des Familienlagers, Willy Brachmann, ein deutscher Häftling, der aufgrund von Problemen mit der Polizei ins Lager gekommen war. Frank interessierte sich sehr für Kunst und kam mit ihr ins Gespräch:

„Wir haben uns richtig angefreundet. Und sie verstand mein Interesse an der Kunst und wollte mehr über mich wissen. Und um die Geschichte kurz zu machen, stellte sie mich Willy Brachmann vor. Zu diesem Zeitpunkt brauchte Willy Brachmann jemanden, der ihm die Schuhe putzte, sich um seine Kleidung kümmerte und sein Assistent war, der Nachrichten von und zu den Deutschen überbrachte, Informationen weitergab und so weiter. So wurde ich Willy Brachmanns Läufer. [...]

Das versetzte mich in eine Art Eliteposition im Lager. So konnte ich mich schnell im Lager bewegen. Es erlaubte mir sogar, in andere Lager zu gehen, in andere Bereiche des Lagers. Und es erlaubte mir sogar, bessere Kleidung und etwas besseres Essen zu bekommen, weil ich Willy Brachmanns Kumpel war. Das hat mir wirklich das Leben gerettet.“

Doch die Situation war nicht von Dauer. Tatsächlich wurde den Inhaftierten im „Familienlager“ lediglich eine Schonfrist von etwa sechs Monaten gegeben. In ihren Personaldokumenten war die Bezeichnung „SB“ für „Sonderbehandlung“ vermerkt worden, was soviel bedeutete wie Hinrichtung ohne Urteil – in Auschwitz Tod in der Gaskammer.

Den bereits im September 1943 aus Theresienstadt Deportierten wurde genau sechs Monate nach ihrer Ankunft im März 1944 erzählt, sie würden in ein Arbeitslager verlegt werden. Die LKWs brachten sie jedoch in die Gaskammer. Anfang Juli 1944 erwartete die Dezember-Transporte dasselbe Schicksal. Doch unter ihnen fanden Selektionen statt, da einige von ihnen tatsächlich zum Arbeitseinsatz kommen sollten.

Frank erzählt:

"Denn nach der Liquidierung des Septembertransports, der Menschen, die im September kamen und im Frühjahr 1944 liquidiert wurden, kam plötzlich die Mitteilung, dass Mengele jeden, der […] körperlich in der Lage war, das Lager zu verlassen und möglicherweise Teil der Arbeitskräfte zu sein, wie wir es verstanden, für den hoffentlich erfolgenden Wiederaufbau Deutschlands nach dem Krieg, begutachten wollte. [...]

Mengele selbst kam am 6. Juli 1944 in das Lager, in das Familienlager, und begann, die Jungen von den Alten, die Kranken von den Gesunden zu trennen und Entscheidungen darüber zu treffen, wer im Lager bleibt und wer rauskommt. Alle Kinder unter 14 Jahren blieben zurück. Das war im Grunde die Regel, die Mengele bei seiner Selektion anwandte. [...]

Ich war zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre und drei Monate alt. Willy Brachmann wusste zu diesem Zeitpunkt, was vor sich ging, dass die im Lager verbliebenen Menschen dazu verdammt waren, ein paar Tage später in die Gaskammer zu gehen. [...] Ich habe das nicht [gewusst]. Ich habe die Selektion mitgemacht. Wir mussten alle unsere Kleider ausziehen. Und wir gingen durch die Selektion. Mein Bruder, der nicht krank war, aber leicht hinkte, wurde von Mengele sofort abgelehnt, er müsse zurückbleiben. [...]

Ich erinnere mich, dass ich in der Schlange stand und wartete, meine Kleider in einer Hand hielt und so gut wie nackt war und darauf wartete, dass man mich ansah, und dann auf die Entscheidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, was vor sich ging, keine Ahnung. Ich wurde auf die eine Seite dieser Gruppe mit den jüngeren, wie ich mich erinnere, mit den jüngeren Kindern, den jüngeren Jungen, gestellt. [...] Ich weiß nicht mehr genau, ob sie mich gefragt haben, aber ich glaube, sie konnten erkennen, dass ich nicht 14 Jahre alt war. [...] Ich weiß, dass mein Bruder auch zurückblieb. Wir sind beide auf der gleichen Seite der Linie gelandet. Und dann, irgendwie, sehr, sehr schnell, hat Willy Brachmann mich manövriert, mich buchstäblich gepackt und in die Gruppe der 14-Jährigen geschoben. [...] Niemand stellte das in Frage. Keiner hat es gesehen. [...]

Und wir wurden bewegt. Ich erinnere mich, dass ich mich, bevor wir aus dem Lager gebracht wurden, von meiner Mutter verabschiedet habe. Ich glaube, ich habe mich verabschiedet."

Später hat Frank erfahren, dass sich seine Mutter freiwillig gemeldet hat, um zurückzubleiben, um ihren Sohn John nicht alleine zu lassen. Sie vertraute darauf, dass Kurt überleben und sich um Frank kümmern würde.

Ungefähr 6.000-7.000 Häftlinge blieben nach dieser Selektion im Familienlager, darunter Franks Großmutter Johanna, Franks Mutter Vilma und sein Bruder John. Sie wurden in den Nächten zwischen dem 10. und 12. Juli 1944 ermordet. Von den etwa 17.500 Häftlingen im Familienlager konnten nicht einmal 1.300 überleben.

Frank und sein Vater erhielten beide Häftlingsnummern, die ihnen auf den linken Unterarm tätowiert wurden – Kurt hatte die Nummer 168394, Frank die Nummer 169057. Sie wurden in das Männerlager in Birkenau verlegt und Arbeitskommandos zugeteilt. Frank musste Rollwägen schieben, mit denen die Häftlinge die Kleidung und persönlichen Habseligkeiten der neu angekommenen Häftlinge vom Bahnhof aufsammelten und an Sammelstellen brachten. Nach dem Krieg lernte er, dass die meisten Sachen zurück nach Deutschland geschickt wurden.

Kurt blieb nur wenige Monate im KZ Auschwitz-Birkenau. Er wurde im Oktober 1944 in das KZ Oranienburg-Sachsenhausen verlegt. Frank berichtet über ihren letzten Kontakt im Lager:

„Und ich konnte ihn einmal sehen, bevor er aus Auschwitz deportiert wurde. Er war in einem schlechten Zustand, denn ich glaube, zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, ich war mir nicht hundertprozentig sicher, was mit meinem Bruder und meiner Mutter passiert war. Aber ich glaube, ich wusste, dass er es wusste. Er war sich des Szenarios vollkommen bewusst. Und als ich ihn etwa zwei Wochen nach der Selektion sah, war er in schlechter Verfassung. Und das konnte ich sehen. Ich konnte eine echte Verschlechterung seines emotionalen Zustands zu diesem Zeitpunkt erkennen.“

Er sah seinen Vater in einer Kolonne von Häftlingen das Lager verlassen. Nachdem er vorher einen Mantel und Stiefel besorgt hatte, versuchte er sie über den Zaun zu werfen. Kurt bekam den Mantel, doch einer der Schuhe blieb im elektrischen Draht hängen. Das Bild konnte Frank wochenlang nicht vergessen.

Den Häftlingen war klar, dass sie sich in Auschwitz in einer Art Warteposition befanden. Bald hörten die Krematorien auf zu rauchen und es kursierten Gerüchte, dass der Krieg für die Deutschen nicht mehr gut lief. Und dann kam im Januar 1945 die Nachricht, dass das KZ Auschwitz-Birkenau evakuiert und alle Häftlinge weggebracht würden. So kam es dazu, dass tausende Häftlinge zu Fuß das Lager verließen:

„Das Interessante an diesem Todesmarsch war, dass wir nicht wussten, dass es ein Todesmarsch war. Wir kannten das Wort "Todesmarsch" oder so nicht, das gab es in unseren Köpfen nicht. Uns wurde gesagt, dass wir aus dem Lager evakuiert werden. Es war bitterkalt. [...] Und wir waren in einer Reihe von vielleicht 2.000 oder 3.000 Häftlingen, die zweieinhalb Tage lang, meistens tagsüber, ein bisschen nachts, zum Bahnhof gingen. Und es war hart. Es war ein harter Weg, es war ein harter Weg. Es war bitterkalt. Unsere Kleidung bestand hauptsächlich aus Baumwolle. Unsere Kleidung war nicht wirklich für diese Art von Bedingungen geeignet. Wir gingen sogar so weit, Zeitungspapier in unsere Schuhe zu stecken, um unsere Füße warm zu halten.

Und wir wurden Zeugen, wie Hunderte von Menschen erschossen wurden, die nicht mehr laufen konnten, Menschen, die in die Gräben neben der Straße geworfen wurden. Und wenn man zurückfiel, gab es zwei oder drei Soldaten, die im hinteren Teil der Gruppe liefen und den Leuten, die nicht laufen konnten, einfach in den Kopf schossen. Und das geschah recht häufig, aber es geschah auch so, dass man, obwohl man nicht hinten war, die erschossenen Leute im Graben von den Transporten, die vor uns waren, sehen konnte. [...] Und ich sah Leute, die ich kannte. Ich meine, ich habe polnische Häftlinge gesehen, die ich aus dem Männerlager kannte, die am Straßenrand lagen und eine Kugel im Kopf hatten. Es war also eine, für einen zwölfeinhalbjährigen, ziemlich erschreckende Erfahrung.

Ich erinnere mich, dass ich sehr schwach wurde und fantasierte, wo ich war. Ich erinnere mich also, dass ich zu diesem Zeitpunkt geistig nicht bei der Sache war, was irgendwie interessant war. [...] Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht völlig klar. Aber ich war mit einigen guten Freunden von mir unterwegs. Es waren zwei jüdische Zahnärzte, die ich sehr mochte. Und wir gingen mit den beiden jüdischen Zahnärzten und zwei oder drei anderen jungen Burschen, die zu meiner Gruppe gehörten. Und diese jüdischen Zahnärzte bestanden unbedingt darauf, dass wir weitergehen. Wenn jemand müde wurde oder sagte: "Ich kann nicht mehr laufen", sagten sie: "Nein, du kannst nicht mehr, ja, du kannst!“ Sie packten mich am Arm oder was auch immer und schoben mich buchstäblich an und brachten mich zum Laufen."

Die Häftlinge mussten tagelang zu Fuß bis zu einer Bahnstation in der Tschechoslowakei gehen. Dort wurden sie auf offene Güterwaggons verladen und nach Österreich gebracht. Frank erinnert sich an die Fahrt:

„Ich erinnere mich deutlich an eine Fahrt durch eine tschechische Stadt namens Moravská Ostrava. Und in Moravská Ostrava hielten wir am Bahnhof und die Tschechen warfen Lebensmittel in den, in unseren Zug, sie warfen buchstäblich, tschechische Frauen warfen Brot und Äpfel durch das offene Dach des Wagens, das war wunderbar.“

Am 25. Januar 1945 kamen sie am Bahnhof Mauthausen in Österreich an und gingen zu Fuß den Hügel zum dortigen Lager hinauf:

„Und ich erinnere mich noch daran, wie ich die steilen, berühmten Stufen von Mauthausen hinaufging, was ein totaler Alptraum war, denn zu diesem Zeitpunkt waren wir schon ziemlich schwach. Und die Treppe von Mauthausen, damals hatte ich das Gefühl, sie würde nie enden. Ich meine, sie sahen aus wie Stufen zum Himmel. Sie gingen einfach weiter und weiter und weiter. Und es sind wahrscheinlich nicht mehr als 250 oder 280 Stufen, aber als ich diese Stufen hinaufging, fühlte es sich an, als wären es 3.000 Stufen, die nach Mauthausen hinaufführten.“

Frank und die anderen aus Auschwitz evakuierten Häftlinge mussten sich in Mauthausen auf dem Hof aufstellen und sich komplett ausziehen. Es wurde ihnen gesagt, dass sie duschen gehen würden, was viele Häftlinge sehr aufregte, da sie dachten, sie würden in die Gaskammer geschickt werden. Denn die SS hatte den Häftlingen in Auschwitz vor ihrer Vergasung meist vorgespielt, sie würden duschen gehen. Verstärkt wurde dieser Eindruck von einigen Mauthausener Häftlingen, die versuchten, den Neuankömmlingen ihre Kleidung abzunehmen unter dem Vorwand, sie würden sie nicht mehr brauchen.

Doch die Häftlinge durften tatsächlich duschen, worüber Frank sehr erleichtert war. Danach warteten sie stundenlang nackt und nass in der Kälte auf ihre Kleidung. Ihnen wurden Häftlingsuniformen gegeben und sie wurden als Mauthausen-Häftlinge registriert. Damit erhielten sie alle eine neue Nummer – Franks Häftlingsnummer lautete 117781.

Frank erinnert sich daran, dass es in Mauthausen dauerhaft kalt und in den Baracken sehr unbequem war und sie sehr wenig zu essen bekommen haben. Doch sie befanden sich dort nur wenige Tage.

Am 29. Januar 1945 wurde er mit 1.999 weiteren aus dem KZ Auschwitz evakuierten Häftlingen in das KZ-Außenlager Melk überstellt.

Die meisten Häftlinge waren dort als Hilfsarbeiter beim Projekt „Quarz“ eingesetzt und mussten daher unter unmenschlichen Bedingungen schwerste körperliche Arbeit beim Bau der unterirdischen Stollenanlage in den Wachberg bei Roggendorf in der Nähe von Melk leisten. Frank war aber mit zahlreichen weiteren Kindern im Kartoffelschälerkommando in der Häftlingsküche beschäftigt. Er erzählt:

„Melk war ein interessantes Lager. Ich erinnere mich noch an den Blick auf das Stift Melk vom Lager aus. Wir, die meisten Jungen, hielten durch diese Erfahrung ziemlich gut zusammen, und wir wurden zum Kartoffelschälen in der Küche eingesetzt, in der Lagerküche in Melk. Ich erinnere mich, dass wir jeden Morgen Kartoffeln schälten, in die Küche gingen und mehrere Stunden lang Kartoffeln schälten. Und das war unsere Hauptbeschäftigung.

Melk war ein Arbeitslager. Die meisten Leute, die in Melk waren, verließen das Lager in der Früh und gingen zu einem Arbeitseinsatz in die Stadt oder in eine örtliche Fabrik und kamen dann am Abend zurück. Wir, weil wir noch relativ jung waren, waren meistens für den Küchendienst zuständig. Und eigentlich hatten wir mehr Zeit, als wir brauchten. Ich glaube, die meisten Nachmittage hatten wir so ziemlich frei, wenn wir in Melk waren. [...]

Wir haben viel beobachtet, durch die Fenster des Lagers hinuntergeschaut auf die Stadt Melk, die freie Bevölkerung auf ihren Fahrrädern beobachtet, das Stift Melk beobachtet, die Schiffe auf der Donau beobachtet.

Und es war so, dass wir voller Neugierde waren und uns sogar sehr dafür interessierten, was in der Luft geschah. Wir begannen zu sehen, wie die englische Luftwaffe Teile des Lagers beschoss und bombardierte. Wir sahen sogar, wie ein Kampfflugzeug herunterkam und mit einem Maschinengewehr die Wachmänner angriff, die oben auf den Türmen waren. Das hat uns sehr viel Spaß gemacht, und wir wussten, ich glaube, wir ahnten, dass sich der Krieg zu diesem Zeitpunkt dem Ende zuneigte.“

Außerdem berichtet er:

„Ich erinnere mich nur daran, dass ich in den Baracken war und dass es hier mehrere Baracken gab, ich weiß nicht genau wie viele, aber ich war in den Baracken und wartete immer auf das Essen, auf das Brot. Außerdem hatten wir Zimmer in den Baracken und in jedem Zimmer war jemand, ein anderer Häftling, für die Verteilung des Brotes zuständig. Und derjenige, der für unser Zimmer verantwortlich war, behielt immer ein oder zwei Laibe für sich, den ganzen Laib. Und dem Häftling, der kein Brot bekam, sagte er: "Morgen bekommst du zwei Stücke". Jeden Tag schuldete er also jemandem Brot, aber er selbst hatte immer etwas übrig.“

Aber auch dieses Lager musste aufgrund der immer näher rückenden sowjetischen Armee evakuiert werden. Frank gelangte mit dem ersten Evakuierungstransport aus Melk am 11. April 1945 zurück nach Mauthausen, wo sie kurzfristig im behelfsmäßig errichteten Zeltlager untergebracht waren.

Schließlich wurde er am 28. April 1945 noch über einen weiteren Todesmarsch in das KZ-Außenlager Gunskirchen überstellt.

Im Dezember 1944 mussten 400 KZ-Häftlinge in einem Wald nahe von Gunskirchen ein Barackenlager errichten, wobei der eigentliche Verwendungszweck unklar ist. Im Frühjahr 1945 diente das KZ dann als Auffanglager für evakuierte Häftlinge und ungarische jüdische Zwangsarbeiter, die zunächst im Zeltlager in Mauthausen zusammengepfercht und dann auf einem Todesmarsch nach Gunskirchen getrieben wurden. Die genaue Zahl der Häftlinge ist nicht bekannt, geschätzt werden etwa 20.000.

Die Zustände im KZ Gunskirchen waren katastrophal, es gab kaum sanitäre Anlagen und kein fließendes Wasser, die Häftlinge wurden kaum versorgt. Tausende Menschen kamen in kürzester Zeit ums Leben.

Frank berichtet:

„Gunskirchen war ein absoluter Albtraum, was die Einrichtungen betraf. Es gab kein fließendes Wasser, soweit ich mich erinnere. Es gab keine sanitären Einrichtungen. Und es gab eine sehr unfreundliche Umgebung von den Häftlingen in den Baracken. Sie wollten im Grunde niemand weiteren auf dem Boden der Baracke haben. Das Letzte, was sie wollten, war ein weiterer Eindringling, der ihren Platz einnahm. Also warfen sie uns im Grunde aus den Baracken und wir landeten draußen.

In den wenigen Stunden, die wir in den Baracken verbrachten, stellten wir fest, dass nicht einmal die Toten abtransportiert wurden. Ich meine, plötzlich wurde eine Leiche über mich hinweg geschoben, weil jemand gestorben war und der Häftling neben ihm diese Leiche nicht neben sich haben wollte, also schoben sie ihn aus dem Weg, und dann schob jemand anderes diese Leiche aus dem Weg. Und dann kam plötzlich dieser tote Kadaver über meine Beine.

Und das war der Grund, warum wir beschlossen, die zwei oder drei von uns, die wirklich nah beieinander waren, wir beschlossen, lass uns nach draußen gehen. Wir legen uns unter eine Decke und schlafen zu dritt oder viert unter einer Decke draußen. Wir bauten ein Pseudo-Zelt mit der Decke, mit unseren Körpern und unserer natürlichen Körperwärme, und wir blieben, wir verbrachten die meisten der Nächte, die zwei oder drei Nächte, draußen in Gunskirchen.

Die Verpflegung war die schlechteste in allen Lagern, in denen ich je gewesen bin. Wir bekamen ein Stück Brot, das völlig verdorben war. Es war einfach schimmelig. Der Nährwert dieses Brotes war wahrscheinlich gleich null. Und ich erinnere mich, dass ich eine Schüssel Suppe bekam. Und das war der gesamte Nahrungsvorrat für den ganzen Tag. Ich schätze, dass es weniger als 120 oder 130 Kalorien pro Tag waren.

Wir wurden immer schwächer und schwächer, und wir kamen an einen Punkt, an dem wir Schwierigkeiten hatten, aufzustehen und zu gehen. Also verbrachten wir die meiste Zeit im Sitzen und kauerten uns zusammen.“

Am vierten Tag nach seiner Ankunft in Gunskirchen bekamen die Häftlinge kein Essen mehr. Am fünften Tag hörten sie Schüsse und hatten die Befürchtung, die SS würde auf die Häftlinge schießen. Doch dann sahen sie die US-amerikanische Armee, die kam, um das Lager zu befreien. Es war der 5. Mai 1945 und Frank war 12 Jahre alt.

Das erste, an das er sich nach der Befreiung erinnert, ist, dass die Häftlinge einen Holzschuppen entdeckt haben, der mit roten Rüben gefüllt war und, wie sie sich darauf stürzten und sogar um die Rüben kämpften.

Die Befreier fanden in Gunskirchen tausende unbeerdigte Leichen und zahlreiche provisorische Massengräber. Zudem galt es, die Überlebenden adäquat zu versorgen. Sie brachten sie nach Hörsching, wo es eine deutsche Militärbasis gegeben hatte, die von den Amerikanern besetzt worden war. Die Kinder wurden in einer ehemaligen Volksschule untergebracht. Die tschechischen Jungs schliefen im zweiten Stock und Frank weiß noch, dass er zu schwach war, die Stufen zu gehen und stattdessen auf allen vieren versuchte, sich die Treppe hoch zu schleppen.

Die Amerikaner gaben ihnen dort Essen und Kleidung. Frank erinnert sich, dass sie alle darauf warteten, nach Hause kommen zu können, doch es gab einfach keine Transportmittel. Schließlich entschlossen sich zwei oder drei Burschen ihrer Gruppe zu versuchen, nach Prag zu kommen und sie schafften es, obwohl die anderen sehr skeptisch reagiert hatten. Und durch diese Burschen konnte Frank wieder mit seinem Vater vereint werden.

Kurt war im Oktober 1944 in das KZ Sachsenhausen in Deutschland überstellt worden und im November in das KZ Ohrdruf, ein Außenlager des KZ Buchenwald, überstellt worden. In Ohrdruf wurde im November 1944 auf einem Truppenübungsplatz ein KZ eingerichtet, um die dort Inhaftierten als Arbeitskräfte zum Bau eines unterirdischen Ausweichquartieres für die deutsche Regierung zu missbrauchen. Dies wurde nie fertiggestellt.

Insgesamt waren dort etwa 20.000 Häftlinge aus den verschiedensten Ländern Europas inhaftiert. Sie mussten stundenlang schwerste körperliche Zwangsarbeit leisten. Viele Häftlinge waren trotz der winterlichen Temperaturen in Notquartieren untergebracht; sie wurden nur mangelhaft verpflegt. Über 3.000 Häftlinge kamen dort ums Leben. Viele „arbeitsunfähige“, kranke Häftlinge wurden in andere Lager abgeschoben. Der Rest der Häftlinge wurde im April 1945 evakuiert, großteils in das KZ Buchenwald, oder an Ort und Stelle ermordet.

Kurt wurde, vermutlich im KZ Buchenwald, im April 1945 befreit und kehrte nach Prag zurück. Er fing sofort an, nach seinem Sohn zu suchen, konnte ihn aber nicht finden. Dann hörte er von einem Bekannten, dass eine Gruppe von Jungen, die aus einem KZ in Österreich zurückgekehrt waren, sich im Krankenhaus in Prag befanden. Er besuchte sie und sie erzählten ihm von Frank.

Kurt hatte inzwischen gute Beziehungen zu den amerikanischen Soldaten in Prag aufgebaut und konnte sich daher ein Auto ausborgen. Er fuhr sofort nach Hörsching. Frank erzählt:

„Eines Morgens kam er buchstäblich hereinspaziert. Und eigentlich hatte die Familie eine Art Pfeifsignal, das typisch für uns war und das wir im Wald benutzten, wenn wir versuchten, uns zu finden. Und plötzlich hörte ich dieses Pfeifsignal, ohne ihn zu sehen. Und ich wusste sofort, wer das war. Ich meine, ich wusste einfach, dass er das war. Und natürlich habe ich nachgeschaut, und da war er und ging durch die Tür. Es war also eine ziemlich aufregende Erfahrung.“

Kurt nahm seinen Sohn sofort mit nach Hause. Sie lebten in einem Vorort von Prag bei Anda, der ehemaligen Haushaltshilfe seiner Großeltern, die auch einige Fotos und Besitztümer der Familie für sie aufbewahrt hatte. Im November 1945 erhielten sie ihre alte Wohnung in Prag zurück und Kurt eröffnete seine Praxis erneut. Frank ging wieder zur Schule:

„Das Leben war eine Art Versuch, wieder auf die Beine zu kommen. Es war schwierig zu lernen, zu wissen, wie man lernt […]. Und es war auch schwierig, irgendwie in den sozialen Aspekt der Gesellschaft zurückzufinden.

Zu dieser Zeit gab es in Prag immer noch Anzeichen von Antisemitismus. Sie waren nicht weit verbreitet, aber ich erinnere mich, wie ich in die Schule ging, in die Mittelstufe, wie es hierzulande heißen würde, und als ich in die Schule kam, geriet ich in einen Streit mit einem der Jungen in der Klasse. Und zu diesem Zeitpunkt waren wir ungefähr 13 Jahre alt. Und er machte eine Bemerkung darüber, dass Hitler sich um alle Juden hätte kümmern sollen. Und das war das Falsche, was er zu diesem Zeitpunkt sagen konnte, denn ich nahm einen Stuhl und wollte ihn damit schlagen, so wütend wurde ich. Aber das Handgemenge wurde aufgelöst, und wir gingen zurück an die Arbeit, zurück zum Unterricht. Aber so gab es immer wieder kleine Fragmente von Antisemitismus, die ihre hässlichen Köpfe hoben.“

Sein Vater und er hatten eine enge Beziehung, weil sie die einzigen zwei Übergebliebenen waren. Sie haben zahlreiche Wochenenden miteinander verbracht, sind Fischen gegangen und aufs Land rausgefahren.

Aber 1948 kamen in der Tschechoslowakei die Kommunisten an die Regierung. Diese standen in engem Kontakt zur sowjetischen Regierung und stellten sich stark gegen jeden Einfluss aus dem Westen. Franks Vater war sehr besorgt, was dies für die demokratische Freiheit der Tschechoslowakei und der Bevölkerung bedeuten würde und auch Kurt war mit seinen nun 16 Jahren sensibel für die politische Entwicklung geworden.

Kurt hatte außerdem inzwischen wieder geheiratet. Melitta Guthrie, eine Freundin der Familie, eine weit entfernte Verwandte, lebte in England und nach dem Krieg war Kurt mit ihr in Briefkontakt getreten. Schließlich besuchte er sie und die beiden verliebten sich und heirateten 1948. Nachdem sie aber unter keinen Umständen unter kommunistischer Herrschaft in Prag leben wollte, fassten Kurt und Frank den Entschluss, das Land zu verlassen, was nicht erlaubt war.

Doch Kurt kannte von ihren Angelausflügen einen Mann, der im Innenministerium in Prag arbeitete und selbst flüchten wollte. Dieser fertigte ihm einen falschen Pass für einen angeblichen Urlaub in Italien an, indem auch Frank als 12-jähriger angegeben war, da er sonst nicht im Pass seines Vaters stehen dürfte. Sie holten sich dafür auch ein österreichisches und italienisches Visum.

Im Oktober 1949 wagten sie schließlich die Flucht. Sie bestiegen den Prag-Wien-Rom-Express und bemerkten, dass nur 12 Leute im ganzen Zug waren, was ihnen merkwürdig vorkam. Trotzdem blieben sie. An der tschechischen Grenze zu Österreich wurden sie kontrolliert. Frank hatte sich in die obere Schlafkoje des Abteils zurückgezogen, damit niemand seine Größe oder sein Alter erkennen könne. Sie kamen gut durch die Kontrolle. Später erfuhren sie, dass die anderen 12 Personen eine Gruppe tschechischer Doktoren der kommunistischen Partei war, die zu einem Treffen in Rom fuhren – der Kontrolleur hatte angenommen, dass Kurt als Arzt ebenso dazu gehörte.

So gelangten sie über Wien und Salzburg nach München, von wo aus sie nach London flogen. Franks neue Stiefmutter hatte ihnen die notwendigen Papiere besorgt. Sie wohnten in London mit den Eltern der Stiefmutter und ihren zwei Kindern, mit denen sich Frank gut verstand.

Er besuchte in England etwa ein Jahr lang die öffentliche Schule und zusätzlich am Abend die Kunstschule, wo er Mal-, Zeichen- und Skulpturenkurse belegte. 1950 wechselte er in die technische Schule und lernte Möbeldesign.

Doch sein Vater konnte in England keine eigene Praxis eröffnen. Es gab Einschränkungen für ausländische Ärzte; er hätte 5 Jahre lang Praktika machen müssen, bevor er praktizieren hätte dürfen. Dazu hatten sie aber auch nicht genug Geld. Daher beschlossen sie in die USA auszuwandern.

Franks Stiefbruder lebte bereits in den USA und seine Stiefmutter und Stiefschwester waren gerne bereit, ihn und Kurt zu begleiten.

1951 gingen sie nach New York City, sie wohnten im Stadtteil Queens. Frank ging zur High School, doch er tat sich mit dem Lernen sehr schwer. Er fand, dass nichts davon, was sie lernten, mit dem Leben zu tun hatte und hinterfragte alles. 1952 machte er seinen Abschluss.

Zu diesem Zeitpunkt war es ihm sehr unangenehm, wenn andere Leute die Tätowierung seiner Häftlingsnummer aus Auschwitz an seinem linken Arm anstarrten und ihn fragten, was diese zu bedeuten hatte. Ein Freund seines Vaters war Chirurg und hat sie ihm entfernt, jetzt ist alles, was davon übrig bleibt, eine Narbe.

Frank begann dann in Long Island City in einer Fabrik der Kosmetikfirma Helena Rubinstein zu arbeiten. Er machte viele Überstunden, um Geld zu sparen und seinen Vater unterstützen zu können, der für die State Boards-Prüfung lernte, die er bestehen musste, um als Doktor in den USA arbeiten zu können.

Aber eigentlich wollte Frank mit Kunst oder Design arbeiten. Er bewarb sich am Pratt Institute in Brooklyn und fing dort sein Studium an. Zunächst wollte er High School oder College Lehrer für Kunst werden, doch dann wechselte er zum Fach Industriedesign. Er machte sein Diplom im Jahr 1956.

Er arbeitete kurz in NYC für eine Designberatungsfirma, dort gefiel es ihm aber nicht sehr. Danach fand er eine Position bei General Electric in Framingham, Massachusetts, wo er in der Entwicklung von Kleingeräten, wie elektrische Uhren beschäftigt war. Als sein Department mit der Hauswarenabteilung von GE in Bridgeport, Connecticut, zusammengeschlossen wurde, zog er dorthin. Er blieb 7 Jahre bei GE in verschiedenen Positionen, als Designer, Produktplaner und Leiter der Produktplanung. Danach lehrte er Strategisches Design und kreatives Denken an der Purdue University.

Sein Vater Kurt starb am 1. März 1967. Nachdem seine zweite Frau Melitta an Krebs verstorben war, nahm er eine Überdosis Schlafmittel.

An diesem Tag fand Frank in Kurts Schlafzimmer einen Brief, von dessen Existenz er zwar gewusst hatte, den sein Vater ihm aber nie zeigen wollte. Vilma hatte am 11. Juli 1944 im Familienlager in Auschwitz direkt vor ihrem Abtransport in die Gaskammer an Kurt geschrieben und einen Wachmann gebeten, den Brief Kurt zukommen zu lassen.

Jahrelang hat er Frank ihn nicht gelesen, weil es zu schmerzhaft für ihn war. Doch dann entschloss er sich, ihn zu öffnen. Der Brief lautet:

„Mein Liebster und mein Bester,

Wir warten jetzt auf die Dunkelheit. Wir haben Willie aufgesucht und er hat uns keinen Zweifel daran gelassen, was passieren wird. Zuerst dachten wir daran, uns zu verstecken, aber wir haben diese Idee verworfen, weil wir das Gefühl hatten, dass es nicht erfolgreich gewesen wäre. Die berühmten Lastwagen sind bereits hier und wir warten darauf, dass es losgeht. Ich habe fünf Bromide genommen, die mich müde gemacht haben, aber ich bin weder aufgeregt noch aufgebracht. Außerdem, meine Lieben, fühlt euch nicht schuldig oder verantwortlich für das, was passiert ist. Das war unser Schicksal.

Wir haben getan, was wir tun konnten. Bleib gesund, und denk an meine Worte, dass die Zeit alles heilen wird. Zumindest wird sie das meiste davon heilen. Denk an meinen lieben Goldjungen und gib ihm alle Liebe, die du kannst. Denke an Walter und erinnere dich daran, was wir zu sagen pflegten, dass wir ihm nur folgen und dass er uns den Weg geebnet hat. Ich werde an dich und meinen Sohn denken. Habt ein schönes Leben. Es ist Zeit, auf die Lastwagen zu steigen.

In die Ewigkeit, deine Vilma.”

1958 lernte Frank in Bridgeport auf einer Party Barbara kennen und die beiden wurden gute Freunde. 1961 heirateten sie. 1963 kam ihr gemeinsamer Sohn Tim auf die Welt, 1964 folgte Andrew. Sie zogen nach Indianapolis, Indiana, wo sie bis zu seinem Tod am 30. August 2023 gemeinsam lebten.

Frank blieb weiterhin begeisterter Akkordeon-Spieler und liebte Jazz-Musik. Er war ebenso Künstler und stellte Skulpturen her. Außerdem babysitteten er und seine Frau gerne ihre Enkelkinder.

Wie Frank mit seinen Erfahrungen in den Konzentrationslagern gelebt hat:

„Es taucht typischerweise immer wieder in meinem eigenen Kopf auf. Es ist etwas, das die ganze Zeit da ist. Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Erinnerungsblitz oder ein Fragment von etwas an die Oberfläche kommt und wirklich sichtbar wird.

Aber wenn man getrieben ist, wenn man eine Karriere aufbaut, wenn man aktiv ist, wenn man beschäftigt ist, dann wird es im Grunde ein wenig beiseitegeschoben. Aber es gibt Phasen am Tag, in denen man sich vielleicht nur ausruht oder träumt, und dann kommt es wieder an die Oberfläche. [...]

Ich habe gelernt, mit engen Freunden darüber zu sprechen. Ich habe herausgefunden, dass es mich tatsächlich beruhigt, es beruhigt mich irgendwie emotional, es geht mir besser, wenn ich darüber reden kann. Aber normalerweise spreche ich mit jemandem darüber, der mir sehr nahesteht. Es muss jemand sein, der mir wirklich nahesteht, mit dem ich wirklich befreundet bin.“

Was Frank aus seiner Geschichte gelernt hat und anderen mitgeben möchte:

„Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst behandelt werden möchtet. Beurteilt die Menschen nicht aufgrund ihrer Religion oder ihrer Hautfarbe oder aufgrund dessen, was euch jemand anderes über sie erzählt hat. Versucht, etwas über euch selbst herauszufinden, wer ihr seid und wofür ihr steht. Und, vor allem, respektiert jeden und respektiert die Menschen so, wie sie sind.“

 

Quellen:

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